Geburtsbericht von Leonie

Einen Tag bevor es wirklich losging, hat mein Mann mich gefragt, „was machen wir eigentlich, wenn es jetzt wirklich sofort losgeht?“ Ich sagte, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es jetzt einfach sofort losgeht und plötzlich ist das Kind da (aber hey das gibt’s tatsächlich). Ich war nämlich fest davon überzeugt, dass mein Körper mir Signale geben wird wenn es soweit ist. Tja und am nächsten Tag war es schon soweit. Zwei Wochen vor meinem errechneten Entbindungstermin.

Aber wie fing alles an. Nun ja, wir waren am 29.12.18 auf dem Kindergeburtstag einer Freundin, dort habe ich plötzlich gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Ich konnte nicht sitzen, es hat so weh getan, es war ein richtiger Druck, egal wie ich saß, es hat alles gedrückt und gezwickt. Es fühlte sich auf jeden Fall komisch an, sodass ich beschloss die Party zu verlassen.

In der Nähe war übrigens ein Media Markt und da ich noch dringend ein Stativ brauchte, haben wir angehalten und sind schnell rein. Dann sind wir leider doch wieder ohne Stativ raus, da ich im im Geschäft merkte, dass es auf jeden Fall Wehen waren, keine Übungswehen, richtige Wehen. Im Auto auf dem Weg nach Hause hatte ich noch zwei stake Wehen und da war mir schon klar, dass wir heute Abend definitiv ins Krankenhaus fahren werden. Zu Hause angekommen packte ich noch meine restlichen Sachen in die Kliniktasche.

Es war schon einiges gepackt, aber ein paar Pflegeprodukte und auch Sachen für meinen Mann haben gefehlt. Ich wollte aber nicht sofort ins Krankenhaus, sondern erst, wenn die Wehen so richtig da sind und ich 100 Prozent sicher bin, dass es losgehen kann. Deshalb habe ich erstmal in Ruhe Wäsche gefaltet und Robert hat sogar noch ein Regal angebracht.

Aber dann, als die Wehen alle 3 bis 4 Minuten kamen, haben wir die Mama von Robert angerufen, damit sie zu uns kommt und auf Maxi aufpassen kann während wir im Krankenhaus sind. Maxi ist ja ein absolutes Oma-Kind und er freut sich jedes Mal so sehr wenn die Oma kommt. Um ca. 20.30 Uhr sind wir also ins Krankenhaus gefahren. Dort angekommen hatte ich soo schmerzen … oh man, ich sag euch, das war echt eine Katastrophe, bei Maxi war alles viel entspannter. Und man sagte mir, dass die zweite Geburt schneller und entspannter sein soll. Haha Pustekuchen! Nicht bei mir!

Die Hebamme im Krankenhaus  war so toll, sie hat mich untersucht und meinte auch direkt, dass der Muttermund schon 2 cm offen ist. Da habe ich mich sehr gefreut, dass es nun wirklich losgehen kann.

Ich wurde dann direkt an einen Wehenmesser angeschlossen. Die Wehen waren alle 5 Minuten, alle 10 Minuten, alle 15 Minuten, mal eine kleine, mal eine große, das hat mich verrückt gemacht. Meine Hebamme und ich haben dann beschlossen, dass ich etwas laufen sollte. Also bin ich losgelaufen, rauf und runter, damit die Wehen regelmäßiger kommen, das hat auch gut geklappt. Um halb 1 war dann die nächste Kontrolle, aber der Muttermund war erst bei 3 cm, also nur ein Zentimeter weiter offen.

Ich hatte Schmerzen ohne Ende, aber ich wollte auf keinen Fall Schmerzmittel, weil dies alles verzögern kann. Und ich wollte alles eher beschleunigen. Deshalb haben wir uns entschlossen die Fruchtblase platzen zu lassen. Damals ist Maxi auch kurz nach dem Blasensprung geboren.  Für das „platzen lassen“ der Fruchtblase hatte die Hebamme sich vorne am Finger einen kleinen Haken aufgesetzt, ist bei der nächsten Wehe reingegangen, und hat somit die Fruchtblase „geöffnet“. Es tat überhaupt nicht weh aber es war halt ein wenig unangenehm da alles sofort nass war und man das Gefühl hatte, dass man eingepinkelt hat. Wir haben gewartet und die Wehen kamen immer wieder und auch regelmäßiger aber es tat sich trotzdem nichts, ich hatte weiterhin nur Schmerzen. Wisst ihr, ich bin gar nicht so schmerzempfindlich. Bei Maxi hatte ich keine Schmerzmittel, keine PDA, alles war einfach super und wirklich entspannt und er war innerhalb von 4 Stunden auf der Welt. Aber diesmal hatte ich das Gefühl, ich habe keine Kraft mehr. Die Wehen waren schon seit einigen Stunden da und ich fragte mich nur, wie zu Hölle soll ich so wie ich bin mein Kind zu Welt bringen. Mir war alles egal ich wollte einfach nur, dass die Schmerzen aufhören und ich wollte sofort eine PDA haben. Die Hebamme versuchte mir das auszureden und sagte mehrmals, dass ich das auch ohne schaffen werde ,wie bei meinem Sohn. Aber ganz ehrlich? Unter den Umständen habe ich ihr so gut wie fast gar nicht zugehört. Nun rufte sie die Ärztin und ich bekam die PDA.  Die ganze Prozedur hat bestimmt 45 Minuten oder sogar länger gedauert. Und es war alles so ungemütlich, da ich nur sitzen durfte und mich bloß keinen Zentimeter bewegen durfte. Ich musste dann bei jeder Wehe bescheid geben, und die Wehe im sitzen aushalten statt in einer angenehmen Position. Dabei hat die kleine Maus so gedrückt und ich dachte nur OMG ich pack das nicht! Nicht mal eine Stunde später war es denn soweit und ich habe von der PDA nichts gespürt. Schmerzen hatte ich nach wie vor. Die kleine Prinzessin ist allerdings nicht sofort rausgekommen, sondern sie ist mal raus, dann wieder rein und so ging das ein paar Mal. Bei Maxi hat die Hebamme auf meinen Bauch gedrückt und mir damit quasi geholfen Maxi rauszupressen. Bei Leonie war es anders.

Und dann am 30.12.18 um 04:37 Uhr  hörten wir zum ersten Mal ihre Stimme! Sie hat geschrien und mein Mann und ich haben einfach nur geweint. Vor Freude, vor Glück. Dieser Moment ist so einzigartig und so magisch! Man kann es nicht beschreiben.

Zum Glück hatte ich keine Verletzungen, sodass ich entschieden habe am selben Tag nach Hause zu gehen. Ich fühlte mich fit auch wenn die Geburt viel anstrengender war als die erste. Aber dadurch, dass ich keine Verletzungen hatte und auch nicht genäht werden musste ( das war bei Maxi nämlich so ), ging es mir prima und ich hatte keine Schmerzen. Das Krankenhaus war ja auch nicht um die Ecke und ich wollte ungerne, dass wir so ein hin und her mit dem fahren und mit Maxi haben. Ursprünglich wollten wir ein Familienzimmer haben und haben gar nicht darüber gesprochen, dass ich so schnell rauskommen werde. Aber meine spontane Entscheidung war definitiv die beste Entscheidung für alle. Vorher mussten wir nur noch einen Zettel unterschreiben, dass wir das Neugeborenenscreening und die U2-Untersuchung beim Kinderarzt machen lassen werden. In der Regel macht man diese im Krankenhaus.

Zu Hause konnten wir die Ruhe genießen und es gab keinen Stress und keine Hektik. Eine wundervolle Kennenlernzeit hatten wir bis jetzt. Unser Maxi macht das alles auch ganz toll! Er ist ein großartiger Bruder und bis jetzt gibt es keine Spur von Eifersucht. Im Gegenteil! Er kümmert sich sehr liebevoll um seine kleine Schwester und ich schmelze jedes Mal dahin wenn ich die beiden zusammen sehe. 

 

 

 

COMMENTS (4)

  1. Evelin

    Hey🙋🏼‍♀️
    Das klingt ja abenteuerlich aber ich glaube man merkt die Schmerzen stärker, weil man weiß was kommt, dadurch das der Abstand der 2. Geburt so kurz war.
    Bei mir war es ganz anders aber jede Geburt ist anders so wie auch jedes baby🥰
    Ich wünsche Euch ganz viel Spaß zu 4 man genießt die Zeit mit dem zweiten Baby viel mehr denn man weiß was kommt😘
    Lg

  2. Leonie

    Hey, noch ein schöner Spitzname für die kleine Maus: Loni🥰
    Ich heiße selber Leonie und das ist der Spitzname, mit dem meine Verwandten mich immer rufen 🙈
    Alles gute euch 4! Leonie😁

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