Geburtsbericht

Der errechnete Geburtstermin war am 07.08.2016 aber Maximilian (oft nennen wir ihn nur Maxi oder Milian) ist doch früher auf die Welt gekommen was ich ganz toll fand, denn im Sommer hochschwanger zu sein war wirklich nicht mehr schön. Naja, er ist zwar nur 3 Tage früher geboren aber hey immer hin früher.

  

Die letzten Wochen meiner Schwangerschaft hatte ich extreme Rückenschmerzen und zwar im unteren Rückenbereich. Ich habe wirklich gehofft, dass Maxi jeden Moment auf die Welt kommt, denn irgendwann mal konnte ich einfach nicht mehr. Das Problem war auch, dass ich extremes ziehen im Unterleib hatte. Das waren wohl die Übungs oder Senkwehen, den unterschied habe ich bis heute ehrlich gesagt immer noch nicht gemerkt. Am 01.08.2016 gegen 8 Uhr morgens kam dann dieser Schmerz den ich vorher noch nicht kannte. Er wurde immer schlimmer und ich hatte Angst. Geht es los? Jetzt schon? Die Wehen waren definitiv anders als diese die ich bis jetzt kannte. Sie kamen alle 20 Minuten dann alle 15 und dann schon alle 5 Minuten. Wir haben gar nicht lange darüber nachgedacht und sind sofort ins Krankenhaus gefahren. Meine Angst war immer, dass mir die Fruchtblase zu Hause platzt und wir es nicht rechtzeitig in das Krankenhaus schaffen.

Auf dem Weg dahin dachte ich wirklich da mein Baby im Auto zur Welt kommt. Dieses Ziehen oder Druck nach unten war furchtbar. Ich kann nicht mal diesen Schmerz beschreiben. Dort angekommen, sind wir in ein Zimmer gebracht worden wo ein Wehenschreiben (CTG) uns zeigte, dass ich tatsächlich regelmäßig Wehen habe. Die Schwester hat mich dann also untersucht und sagte, dass mein Muttermund bereits 2 cm offen ist. Sie sagte es wäre gut, wenn wir (mein Verlobter war die ganze Zeit bei mir) jetzt eine Weile spazieren gehen würden und Treppen hoch und runter steigen. Wie gesagt so getan. Nach ca. einer Stunde standen wir erneut bei der Schwester auf der Matte und nach beim zweitem Mal untersuchen sagte sie, dass sich leider nichts getan hat. Wann passiert was? Wann wird sich der Muttermund weiter öffnen? – fragte ich sie. Diese Fragen konnte sie mir leider nicht beantworten und schlug vor die Nacht dort zu bleiben, denn es könnte sein, dass sich etwas tut. Na super! Irgendwann mal haben die Wehen aufgehört doch ich war KO. Ich war einfach kaputt, müde und kraftlos von dem ganzen Tag. Fragte mich nur woher ich die Kraft nehmen werde für die Geburt. Ich sagte zu meinem Verlobten, dass ich das nächste Mal das Krankenhaus nicht ohne unseren Sohn verlassen werde. Die Nacht habe ich super geschlafen ohne Wehen. Sogar komplett durchgeschlafen habe ich und mir ging es richtig gut. Am nächsten Tag war ich fit und am Abend ist tatsächlich das gleiche passiert wie den Morgen zuvor. Und wieder hörte ich nur, dass der Muttermund 2 cm offen ist und das sich in den letzten 30 Stunden nichts getan hat. Prima! Also ab nach Hause denn was sollte ich im Krankenhaus? Wir hatten ja zum Glück nicht weit bis dahin. Den Tag darauf war wieder nichts und mir ging es wieder blendend auch über die Nacht konnte ich mich nicht beschweren.

Am 04.08.2016 war ich schon sehr früh wach denn die letzten Wochen der Schwangerschaft konnte ich eh nicht lange schlafen da ich immer wieder starke Rückenschmerzen hatte. Mir ist dann eine polnische Suppe eingefallen ( Zupa pomidorowa = Tomatensuppe ) auf die ich so richtig Lust bekommen habe. Mein Freund und ich sind also erstmal bisschen spazieren gegangen dann sind wir in ein paar Geschäften in der Nähe gewesen und dann bekam ich ein extremes ziehen aber im unteren Rückenbereich. Auf dem Weg nach Hause haben die Schmerzen dann wieder aufgehört so, dass wir in Ruhe die Zutaten für die Suppe kaufen konnten. Kaum zu Hause angekommen kamen die schmerzen wieder. Ich habe immer wieder gehört das bei solchen schmerzen oder generell Wehen baden sehr gut sein soll. Denn entweder man entspannt sich und der Schmerz vergeht oder er wird stärker. Ich ging dann also in die Badewanne während mein Freund fleißig am Kochen war. Die ersten 5-10 Minuten haben die Schmerzen tatsächlich nachgelassen und ich konnte entspannen. Hach! aber nicht lange, denn ich bekam so richtig die Wehen. Ich blieb noch bisschen in der Wanne um zu schauen, ob sie regelmäßig kommen und ja, dass taten sie. Als sie alle 3 Minuten kamen, was echt hefig war, haben wir beschlossen sofort ins Krankenhaus zu fahren.Das war ca. gegen 15:20.  Zum dritten Mal übrigens. Aber war mir egal denn lieber einmal zu viel als einmal zu wenig habe ich mir zuvor sagen lassen. Dort angekommen müssten wir erstmal lange waren bis ich empfang worden bin denn alle hatten die Hände voll zu tun. Ich dachte mir nur: Leute ich kann nicht mehr! Gleich kommt mein Baby hier auf dem Flur zu Welt. Ich habe geweint vor Schmerzen und außerdem wollte ich einfach das sich jemand um mich kümmert. Ich Nachhinein denke ich, dass die Schwestern jeden Tag solche Frauen wie mich sehen und mehr oder weniger die Situation einschätzten können oder?

Nach gefühlter Ewigkeit kam es zu den Untersuchungen welche zeigten, dass der Muttermund immer noch nicht weiter offen als 2 cm sei. Ich dachte ich spinne! Das gibt’s doch nicht. Dann habe ich mich mehrere Male übergeben. Kotzwehen sag man wohl dazu. Ob es stimmt? Weiß ich bis heute nicht. Nun sind wir in den CTG Raum gegangen wo ich an das Gerät angeschlossen worden bin. Da bekam ich alle 2 Minuten die Wehen welche klar und deutlich zu sehen waren. Was auch noch zusehen war… Das Herz von Maxi. Sein Herz schlug zu langsam. Viel zu langsam. Ich hörte plötzlich nur noch die Schwester schreien. „Bereitet den Kreissaal vor!“ „Jetzt sofort!“ Ich übergab mich wieder. Mir war schlecht ich dachte ich werde Ohnmächtig. Tausende Gedanken hatte ich im Kopf. Was ist mi meinem Baby? Was passiert jetzt? Wird er es überleben? Wird das gleich ein Notkeiserschnitt? Oh mein Gott tränen schossen mir in die Augen denn keiner wollte mir was sagen. Wie frech eigentlich oder? Es ging um unseren Sohn um sein Leben!  Vor lauter Schock, Panik und Angst habe ich nicht mehr die Wehen bemerkt.

Mein Freund hat mich in das Krankenhausoutfit umgezogen denn ich hatte keine Kräfte mehr. Ich lag dann also da. Auf einem runden Bett angeschlossen an mehrere Geräte und plötzlich war alles wieder ok. Die Herztöne von Maxi waren wieder stabil und alle haben sich beruhigt. Bei mir war die ganze Zeit eine super liebe Hebamme und mein Verlobter. Später lernte ich auch die Ärztin kennen. Meine Wehen kehrten zurück und kamen dann schon jede Minute. Ich hatte schmerzen. Ich wollte jedoch keine PDA. Die Schwester klärte mich über Lachgas auf welchen wir einsetzten konnten damit die Schmerzen erträglicher werden. Mir ist als das Gerät an mein Bett gebracht worden und jedes Mal wenn eine Wehe kam müsste ich die Maske von dem Lachgas aufsetzten die Luft einatmen und als Wehe ging in der Maske die Luft wieder ausatmen. Ich fühlte mich komisch so leicht benebelt. Ich sah auch alles nicht mehr so scharf und nahm meine Umgebung um mich herum nicht mehr so wahr.

So ging das ca. 2 Stunden und nichts hat sich getan. Mittlerweile habe ich die Schmerzen nicht mehr so gespürt denn diesen Druck denn man in dem Intimen Bereich hatte war viel viel schlimmer. Es hat sich so angefühlt als ob ich die ganze Zit auf die Toilette müsste und zwar nicht für kleine Mädchen, sondern für große Jungs, wenn ihr wisst was ich meine. Dieser Druck war furchtbar.  Irgendwann mal bei einer Wehe hörte und spürte ich nur wie es so richtig „platsch“ macht. Meine erste Reaktion war: „Ok. Ich habe alles voll ge…..ssen“ Ich kam aus der Liegeposition hoch schaute mein Verlobten an und er sagte nur: „Keine Angst du hast es nicht. Deine Blase ist geplatzt“. Juhuuu dachte ich denn dann kann es ja losgehen. Die Ärztin kam rein und sagte mein Muttermund ist 10 cm offen also es kann tatsächlich losgehen.

Leute! Für all die noch keine Kinder haben. Ich war so ko. Diese Wehen die jede Minute kamen und gingen die habe mich sowas von fertiggemacht. Ich sagte immer wieder zu der Hebamme ich schaff das nicht. Ich kann nicht mehr. Aber sie versprach mir das ich es schaffe. Und dann kamen die Kräfte. Ich hatte auf einmal so viel Kraft. Ich war nicht mehr benebelt ich war richtig fit. Damit ich untenrum nicht reise bekam ich einen Vagina Schnitt (nennt man das denn überhaupt so?). Dann sollte ich immer pressen, wenn die Wehen kamen. Also presste ich und presste. Mein Verlobter hat mein rechtes Bein festgehalten die Hebamme mein linkes und die Ärztin war dazwischen und atmete mit mir zusammen. Dann hieß es. „Wir sehen sein Köpfchen“.

Innerhalb von 10 Minuten war er da. Unser Sohn. Unser Baby. Er schrie und wir weinten. Diese Freude und Liebe die man spürte die kann man einfach nicht beschreiben. Es war so ein magischer Moment. Mein Baby! Unser eigenes Fleisch und Blut. Es fühlst sich so an als ob es gestern gewesen wäre und ich muss immer und immer wieder weinen, wenn ich von der Geburt spräche oder wie jetzt drüberschreibe. Man liebt diesen Minimenschen auf Anhieb so bedingungslos. Das ist eine ganz andere Liebe die man zu seinen Eltern, Geschwister oder Partner hat. Unbeschreiblich eben.

Maximilian hat also am 04.08.2016 um 20:56 das Licht der Welt erblick und für mich war das eine wundervolle Geburt.

Als ich Maxi in den Armen gehalten habe hat die Hebamme den Schnitt wieder zugenäht. Ich spürte nichts. Kein Schmerz. Die Schmerzen die ich vor und während der Geburt hatte waren auch schon völlig vergessen zumindest in diesem Augenblick. Ich blieb 3 Tage im Krankenhaus und dann gingen wir alle drei nach zusammen nach Hause. Ales frischgebackene Eltern und eine Familie.

COMMENTS (9)

  1. Lisa-Marie

    Oh mir kamen leichte Tränen, sehr schön geschrieben.
    Ich hätte auch Lachgas & keine PDA. Ich fand das Lachgas super denn das hilf ungemein bei mir 😊

  2. Flowerpassionflower

    Sehr schön geschrieben ein lachendes und ein tränenden Auge
    Schön das es diesen Blogg gibt und du dich dazu entschieden hast

  3. Maike

    Dein Blog ist richtig toll geworden. Ich hoffe es kommen bald noch mehr Artikel. Vermisse derzeit übrigens sehr deine Snaps bzw. Insta Story…ich weiß dir selber kommt es vielleicht langweilig vor, aber ich liebe deine Alltags Snaps…gerade was ihr so esst, was du für Maxi kochst etc. bei uns wird es bald auch soweit sein und dank dir hatte ich jetzt schon ein paar Anregungen und habe mir auch bereits so ein Dampgarer gekauft.

    Liebe Grüße Maike

    • dearingkinga

      Liebe Maike,

      das ist ein ganz tolles Kompliment. Vielen lieben Dank dafür ☺️. Seitdem Maxi laufen kann ist nichts mehr sicher und man kommt kaum zu irgendetwas 🙈.
      Ganz liebe Grüße 🌸

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.